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Land & Leute

Wie lebt es sich wirklich auf Malta?

Sonne, Meer und Englisch im Alltag sind echte Vorteile. Aber Malta hat auch Verkehr, hohe Nachfrage nach guten Wohnungen und sehr heiße Sommer. Hier bekommst Du ein realistisches Bild der Insel.

Dazu im Video

EU seit 2004

Mitglied der EU, Euro seit 2008, Schengen-Raum: Du ziehst um, ohne auszuwandern wie nach Übersee.

Englisch

Amtssprache neben Maltesisch. Verträge, Behörden, Ärzte, Banken: alles geht auf Englisch.

316 km²

Kaum größer als München: Kein Weg dauert lang, und das Meer ist nie weiter als ein paar Minuten entfernt.

Was das Leben hier anders macht

Malta ist der seltene Fall eines Landes, das Steuervorteile bietet, ohne dass Du dafür Dein Leben umkrempeln musst. Du bleibst in der EU, im Euro, in der gleichen Zeitzone wie Deine Kunden in Frankfurt, Wien oder Zürich. Deine Kinder können auf englischsprachige Schulen gehen, Deine Verträge bleiben in einer Sprache, die Du liest, und Dein Rückflug nach Deutschland dauert keine drei Stunden.

Der Alltag spielt sich für die meisten Zugezogenen im Dreieck Sliema, St. Julian's und Valletta ab: Cafés, Coworking, Marina, dazu die Restaurantdichte einer Stadt, die vom Tourismus lebt. Wer es ruhiger will, zieht in den Süden, in ein Dorf im Inselinneren oder gleich nach Gozo, wo Malta noch einmal zehn Gänge herunterschaltet.

Geographie und Klima, konkret

Der maltesische Archipel liegt gut 90 Kilometer südlich von Sizilien und besteht aus drei bewohnten Inseln: der Hauptinsel Malta (rund 246 km²), Gozo (rund 67 km²) und dem winzigen Comino dazwischen. Auf den 316 Quadratkilometern leben deutlich über eine halbe Million Menschen, damit ist Malta das am dichtesten besiedelte Land der EU. Das prägt alles: die Baudichte, den Verkehr, aber auch die kurzen Wege, denn kein Punkt der Hauptinsel ist mehr als eine Dreiviertelstunde entfernt.

Das Klima hält, was die Lage verspricht: rund 300 Sonnentage und über 3.000 Sonnenstunden im Jahr, milde, feuchte Winter und trockene, heiße Sommer. Von Juni bis September klettern die Temperaturen regelmäßig über 30 Grad, bei hoher Luftfeuchtigkeit; Regen fällt fast nur zwischen Oktober und Februar, dann aber kräftig. Und eine Eigenheit, die Neuankömmlinge unterschätzen: Maltesische Häuser haben selten eine Heizung. Der Winter ist draußen mild und drinnen klamm, wer im Januar einzieht, kauft in der ersten Woche einen Heizlüfter oder ein Klimagerät mit Heizfunktion. Mehr dazu im Beitrag Wetter und beste Reisezeit.

Sprache: Englisch reicht, Maltesisch verbindet

Malta hat zwei Amtssprachen: Maltesisch, die einzige semitische Sprache Europas mit arabischen Wurzeln und italienischem Wortschatz, und Englisch, das Erbe von gut 150 Jahren britischer Zeit. Für Deinen Alltag heißt das: Mietvertrag, Bankkonto, Arztbesuch, Behördengang, alles funktioniert vollständig auf Englisch, und zwar nicht als Touristen-Service, sondern als Amtssprache mit englischsprachigen Gesetzen und Gerichten. Viele Malteser sprechen zusätzlich Italienisch. Deutsch hilft Dir dagegen nur in der Community der einige Tausend Deutschen, Österreicher und Schweizer, die schon da sind.

Wohnen: der teuerste Posten der Insel

Der Wohnungsmarkt ist der Punkt, an dem Malta Dich am meisten kostet. Die Mieten in den beliebten Küstenorten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen; für eine moderne Zweizimmerwohnung in Sliema oder St. Julian's bist Du 2026 mit einem soliden vierstelligen Monatsbetrag dabei, Familienwohnungen mit Meerblick liegen schnell bei 2.000 Euro und darüber. Wer ins Inselinnere, in den Süden oder nach Gozo geht, wohnt für spürbar weniger und bekommt mehr Malta fürs Geld.

Dafür ist der Markt erfrischend unbürokratisch: Wohnungen werden möbliert vermietet, die Vorlaufzeit beträgt oft nur zwei Wochen statt zwei Monaten, und üblicherweise läuft die Suche über einen Makler, den der Vermieter mitbezahlt. Schufa-Theater und Bewerbermappen gibt es nicht. Zum Kauf von Immobilien, der für Ausländer eigenen Regeln folgt, findest Du Details im Beitrag Immobilienkauf in Malta.

Gesundheit, Schulen, Familie

Das staatliche Gesundheitssystem ist steuerfinanziert und für Versicherte kostenfrei, nach britischem Vorbild organisiert und in der Qualität gut, mit dem bekannten Haken langer Wartezeiten bei planbaren Eingriffen. Zentrum ist das Mater Dei Hospital, dazu kommt ein eigenes Krankenhaus auf Gozo. Die meisten Zugezogenen kombinieren deshalb den staatlichen Zugang mit einer privaten Zusatzversicherung, die im Vergleich zu deutschen Verhältnissen günstig ist; privat bekommst Du Termine binnen Tagen. Einen ausführlichen Überblick gibt unser Beitrag zum Gesundheitssystem.

Bei den Schulen hast Du drei Systeme zur Wahl: staatliche Schulen (kostenlos, Unterricht auf Maltesisch und Englisch), kirchliche Schulen und private, rein englischsprachige internationale Schulen, deren Gebühren deutlich unter denen internationaler Schulen in Zürich oder München liegen. Die Schulpflicht gilt bis 16, danach locken Sixth Form und die Universität Malta, die auf Englisch unterrichtet. Unterricht zu Hause ist in Malta dagegen praktisch keine Option; was Auswandererfamilien stattdessen mit Fernschulen und Unterricht in Eigenregie erreichen können, zeigt der Leitfaden zum Homeschooling im Ausland. Wie sich der Insel-Alltag mit Kindern anfühlt, haben wir im Beitrag Mit Kindern in Malta leben beschrieben.

Ankommen und unterwegs sein

Malta fährt links, ein Erbstück der Briten, und es fährt viel: Die Insel hat eine der höchsten Autodichten Europas, und die Rush Hour zwischen Sliema, Msida und Birkirkara verdient ihren Namen. Viele Zugezogene verzichten deshalb aufs eigene Auto, zumal Neu- und Gebrauchtwagen hoch besteuert sind: Busse verbinden jeden Winkel der Insel und sind für angemeldete Einwohner mit persönlicher Tallinja-Karte kostenlos, Taxis und Ride-Hailing-Apps sind dank kurzer Wege günstig. Nach Gozo pendelt die Autofähre von Ċirkewwa aus im Halbstundentakt in rund 25 Minuten, dazu verbindet eine Schnellfähre Valletta direkt mit Gozo.

In die Luft geht es vom einzigen Flughafen im Süden der Hauptinsel: KM Malta Airlines, seit 2024 Nachfolgerin der eingestellten Air Malta, fliegt mehrere deutsche Städte an, dazu kommen Direktverbindungen weiterer Airlines nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Frankfurt erreichst Du in knapp drei Stunden. Die Geschichte des Airline-Wechsels steht im Beitrag Neue Airline für Malta.

Sicherheit und Alltagskosten

Malta gehört zu den sichereren Ecken Europas: Gewaltkriminalität ist selten, Kinder sind abends draußen, und das Sicherheitsgefühl ist einer der Punkte, den Zugezogene am häufigsten loben. Bei den Lebenshaltungskosten musst Du differenzieren: Dienstleistungen, Restaurants und der Alltag außer Haus sind günstiger als in Deutschland, Lebensmittel dagegen nicht durchweg, denn fast alles wird importiert. Unterm Strich lebt es sich in Malta ohne die Miete etwa auf deutschem Preisniveau, mit einem entscheidenden Unterschied: Was Du dank Non-Dom-Status netto mehr behältst, verschiebt die Rechnung deutlich zu Deinen Gunsten.

Die ehrlichen Seiten

Malta ist dicht besiedelt, es wird viel gebaut, und der Baukran gilt nicht ohne Grund als heimlicher Nationalvogel: Lärm und Staub gehören in den boomenden Küstenorten zum Alltag. Der Verkehr zur Rush Hour hat Insel-Charme nur in Anführungszeichen, der Hochsommer ist mit Hitze und Luftfeuchtigkeit eine echte Belastung, Grünflächen sind rar, und wer aus einem deutschen Vorort kommt, braucht ein paar Wochen, bis er Busfahrpläne als Empfehlung statt als Zusage liest. Das gehört zur Wahrheit dazu, und wer es vorher weiß, ärgert sich hinterher nicht.

Einen ausführlichen Blick auf die Schattenseiten findest Du in unserem Beitrag Malta auswandern: Was sind die Nachteile?

Drei Gesichter der Insel

Von der Hauptstadt bis zum Fischerdorf

Gasse in Valletta mit den typischen bunten Holzbalkonen

Valletta & Umgebung

Barocke Hauptstadt, UNESCO-Welterbe, dazu die Wohn- und Bürolagen von Sliema und St. Julian's direkt gegenüber.

Buntes Luzzu-Fischerboot im Hafen von Marsaxlokk

Der Süden & das Inselinnere

Fischerdörfer wie Marsaxlokk, stille Dörfer, mehr Platz fürs Geld und mehr Malta pro Quadratmeter.

Türkisblaues Wasser der Blauen Lagune von Comino

Gozo & Comino

Die kleine Schwesterinsel für alle, die Ruhe suchen, und die Lagune von Comino für alle anderen.

Vom Urlaubsgefühl zur Standortentscheidung

Schöne Inseln gibt es viele. Was Malta besonders macht, ist die Kombination aus Lebensqualität und einem Steuersystem, das Zugezogene ausdrücklich willkommen heißt: Non-Dom-Status mit Remittance-Basis, effektiv 5 % Steuern für Unternehmen und ein Rechtsrahmen nach britischem Vorbild.

Zur Standortentscheidung gehören allerdings zwei Rechnungen: die maltesische, die wir hier auf diesen Seiten machen, und die deutsche, denn Abmeldung, Steuerpflicht und die Fallstricke des Wegzugs aus Deutschland entscheiden mit darüber, ob Dein Umzug steuerlich hält, was die Insel verspricht.

Urlaubsreif bist Du schon. Prüfen wir, ob Du auch Malta-reif bist.

Im Beratungsgespräch klären wir, ob die Insel zu Deinem Geschäft, Deinen Steuern und Deinem Leben passt.