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iGaming

Eine MGA-Lizenz für Dein Gaming-Unternehmen

Malta gehört seit Jahren zu den wichtigsten Standorten der europäischen iGaming-Branche. Hier erfährst Du, welche Lizenztypen es gibt, was die Aufsicht verlangt und mit welchem Aufwand Du rechnen musst.

Lizenztypen und Spielklassen: Online Casino, Wetten, Poker

Die Malta Gaming Authority vergibt zwei Lizenzen nach dem Gaming Act (Cap. 583): die Gaming Service Licence (B2C) für Anbieter mit eigenen Spielern und die Critical Gaming Supply Licence (B2B) für Plattform- und Spiele-Lieferanten. Inhaltlich wird nach vier Typen unterschieden: Casino und RNG-Spiele (Type 1), Wetten (Type 2), Peer-to-Peer wie Poker (Type 3) und Skill Games (Type 4). Eine Lizenz deckt beliebig viele Typen ab und läuft zehn Jahre; das alte System aus Fünf-Jahres-Lizenzen der Klassen 1 bis 4 ist seit 2018 Geschichte.

Was die Lizenz kann, und was nicht

Anders als bei Finanzdienstleistern gibt es im Glücksspiel kein EU-Passporting. Die MGA-Lizenz macht Deinen Betrieb in Malta legal und ist das Fundament, auf dem Banken, Zahlungsdienstleister und Spieleanbieter mit Dir arbeiten. Welche Märkte Du bespielen darfst, regelt aber jeder Staat selbst: Deutschland verlangt für deutsche Spieler eine eigene Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, überwacht von der GGL, mit eigenen Produkt- und Werbegrenzen. Die realistische Architektur sieht deshalb so aus: MGA-Lizenz als Heimatbasis und Qualitätssiegel, dazu nationale Lizenzen für die Märkte, die eine verlangen. Wer Dir die Malta-Lizenz als „EU-weite Erlaubnis" verkauft, verkauft Dir ein Rechtsrisiko.

Die Kosten, ohne Schönfärberei

PositionBetrag
Antragsgebühr5.000 €, nicht erstattungsfähig
Fixe Jahresgebühr B2C25.000 € (reine Type-4-Anbieter 10.000 €)
Fixe Jahresgebühr B2Bumsatzgestaffelt 25.000 € bis 35.000 €
Compliance Contribution (B2C)umsatzabhängig je Spieltyp, z. B. Type 1 mindestens 15.000 € bis maximal 375.000 € pro Jahr
Mindestkapital100.000 € (Type 1 und 2) bzw. 40.000 € (Type 3 und 4), kombiniert gedeckelt bei 240.000 €

Dazu kommt die Gaming Tax (S.L. 583.10): bisher 5 % auf Erlöse mit Spielern, die in Malta ansässig sind. Ab dem 1. Oktober 2026 wird umgebaut: Die Änderungsverordnungen vom April 2026 ersetzen den Einheitssatz für Remote Gaming durch 15 % auf Erlöse aus Type-1-Spielen und 10 % auf die übrigen Typen, weiterhin bezogen auf Spieler mit Wohnsitz in Malta, parallel mit neuen Vorsteuerabzugs-Regeln bei der Mehrwertsteuer. Für Anbieter, deren Spieler ganz überwiegend außerhalb Maltas sitzen, bleibt die Belastung überschaubar; wer den Malta-Markt selbst bedient, rechnet ab Oktober 2026 mit den neuen Sätzen.

Die Gesamtrechnung eines seriösen Projekts liegt deutlich über den Gebühren: Mit Kapital, technischer Infrastruktur, Personal und Beratung solltest Du für Aufbau und erstes Betriebsjahr einen deutlich sechsstelligen Betrag einplanen.

Substanz und Key Functions

Die MGA lizenziert keinen Briefkasten. Der Gaming Act definiert eine Reihe von Key Functions, vom CEO über Compliance, Geldwäschebekämpfung und Datenschutz bis zu Internal Audit, die mit Personen besetzt sein müssen, welche die Behörde einzeln prüft und zertifiziert. Eine Person darf mehrere Funktionen bündeln, soweit sie sich nicht beißen; Internal Audit etwa verträgt sich nicht mit operativen Rollen. Dazu kommen ein echter Sitz in Malta, getrennte Spielergeld-Konten, laufendes Reporting an die MGA und geprüfte Jahresabschlüsse. Vor dem Livegang steht ein externer System-Audit, im ersten Betriebsjahr ein Compliance-Audit.

Antragsverfahren und Dauer

Der Antrag läuft als ein Paket: Fit-and-Proper-Prüfung aller wirtschaftlich Berechtigten und Schlüsselpersonen, ein Geschäftsplan mit Dreijahres-Finanzplanung, die Spiel- und Systemdokumentation, alle Policies. Die MGA prüft die Stränge parallel. Realistischer Zeithorizont vom vollständigen Antrag bis zur Lizenz: einige Monate, abhängig von der Qualität der Unterlagen und der Reaktionsgeschwindigkeit Deines Teams. Danach folgt die technische Abnahme: Systeminstallation, externer Audit, Go-Live-Freigabe. Vom Projektstart bis zum ersten echten Spieler ist ein Jahr eine ehrliche Planungsgröße, nicht der Worst Case.

Bill 55 und der EuGH: der ehrliche Stand

Seit 2023 schützt Art. 56A des Gaming Act, eingeführt durch die als „Bill 55" bekannte Novelle, MGA-Lizenznehmer vor der Vollstreckung bestimmter ausländischer Urteile, mit denen Spieler, vor allem aus Österreich und Deutschland, ihre Verluste zurückfordern. Dieses Schutzschild wackelt: Die EU-Kommission hat 2025 ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, und in einem parallelen Vorlageverfahren hat der Generalanwalt am 23. April 2026 die Auffassung vertreten, dass Art. 56A mit der EU-Verordnung über die Urteilsanerkennung unvereinbar ist. Das Urteil des EuGH steht aus (Stand August 2026). Die nüchterne Konsequenz für Deine Planung: Rückforderungsrisiken aus Altmärkten gehören ins Geschäftsmodell einkalkuliert, nicht auf Art. 56A abgewälzt. Die Vorgeschichte haben wir in unserem Beitrag Malta schützt Glücksspielfirmen dokumentiert.

Warum Glücksspiel-Anbieter trotzdem nach Malta gehen

Weil die MGA-Lizenz Türen öffnet, die billige Flaggen geschlossen halten: Zahlungsdienstleister, Banken, Spieleanbieter und Medienpartner arbeiten mit MGA-Lizenznehmern, die sie bei Curaçao-Setups ablehnen. Dazu kommt das dichteste iGaming-Ökosystem Europas, von Plattform-Anbietern über spezialisierte Anwälte bis zu erfahrenem Personal, das Du woanders erst anwerben musst. Und steuerlich bleibt der Lizenznehmer eine Malta Ltd mit Erstattungssystem, effektiv rund 5 % auf den Gewinn.

Die Steuerseite gehört allerdings zu Ende gedacht: Kernfunktionen und Schlüsselpersonen sitzen in Malta, und wer als Gründer selbst umzieht, plant vorher die Wegzugsteuer ein. Bleibst Du dagegen mit Wohnsitz in Deutschland und hältst die Mehrheit an einer niedrig besteuerten Gesellschaft, musst Du wissen, wie weit die deutsche Hinzurechnungsbesteuerung nach dem Außensteuergesetz reicht; ein operativer Gaming-Betrieb mit echter Substanz in Malta ist dagegen verteidigungsfähig, ein ferngesteuerter nicht.

Der ehrliche Eignungstest

Eine MGA-Lizenz ist nichts für den Testballon: Rechne für Aufbau und erstes Betriebsjahr mit deutlich sechsstelligem Budget plus echtem Team. Wer kleiner starten will, startet unter fremder Lizenz (White Label) und lizenziert später selbst; wer nur Spiele oder Plattformtechnik liefert, kommt mit der günstigeren B2B-Lizenz aus. Beide Wege, mit Zahlen und Zeitplan, sortieren wir im Beratungsgespräch, gemeinsam mit spezialisierten maltesischen Gaming-Anwälten für das Verfahren selbst.

Die MGA-Lizenz braucht einen maltesischen Lizenzträger. Wie der aufgebaut wird und was er laufend kostet, steht auf der Seite zur Firmengründung in Malta. Für regulierte Finanz- statt Gaming-Dienste gilt der Weg über die MFSA-Lizenz, und die Fehler, die auch lizenzierte Strukturen teuer machen, stehen bei den sieben Steuerfallen.

Lizenz ist Strategie, nicht Formularkunde.

Im Beratungsgespräch klären wir Lizenztyp, Budget und Zeitplan Deines Gaming-Projekts, mit den Steuersätzen ab Oktober 2026 gerechnet.