Shakira spart Steuern mit Malta Gesellschaft

"Whenever, Wherever..." oder "Wann auch immer, wo auch immer" – der Titel eines bekannten Hits von Shakira scheint wohl auch dem steuerlichen Motto der Sängerin zu entsprechen.

Dass viele Promis und multinationale Konzerne Steuerschlupflöcher nutzen, um ihre Steuerlast zu minimieren und weniger Steuern zu bezahlen, ist allgemein bekannt.

Im Zuge der – von der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten – Paradise Papers wurde bekannt, dass auch Shakira eine von ihnen ist.

Das Steuerparadies ihrer Wahl liegt aber nicht in der Karibik oder einem anderen exotischen Land, sondern mitten in der EU. Es handelt sich um: Malta.

In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie, warum sich die berühmte, kolumbianische Sängerin und Musikerin für Malta entschieden hat und wie sie durch die Gründung einer maltesischen Gesellschaft legal Steuern spart.

Die Paradise Papers

... oder: Wie Promis und Unternehmen Steueroasen rund um die Welt zu ihrem eigenen Vorteil nutzen.

Nach den Panama Papers sorgten 2017 die Paradise Papers für Aufruhr. Diese wurden der Süddeutschen Zeitung zugespielt und beinhalteten Daten darüber, wie prominente Persönlichkeiten und große Unternehmen ihr Vermögen steueroptimiert verwalten – und das nicht immer auf ganz legalem Wege.

Rund um die Welt – Jersey, Luxemburg, Malta & Co.

Von der Briefkastenfirma auf den Bahamas und Offshore-Unternehmen im Jersey bis hin zu Holding-Gesellschaften in Luxemburg kamen bei der Veröffentlichung auch einige dubiose Finanzkonstrukte ans Licht.

Neben Großkonzernen wie Apple, Facebook und Microsoft sowie deutschen Firmen (Deutsche Bank etc.) tauchte im Zusammenhang mit den Paradise Papers eine Liste mit zahlreichen bekannten Namen aus der Musikszene auf.

Darunter befanden sich unter anderem Bono, Madonna und Shakira.

Musikrechte – das Gold der Musikbranche

Das wirft die Frage auf, warum so viele Sänger im Zusammenhang mit dem Thema Steueroptimierung auftauchen?

Dazu werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Musikbusiness:

Die eigentlichen Vermögenswerte hinter erfolgreichen Songs stellen die Musikrechte – also die Rechte am geistigen Eigentum – dar. Sie werden oft auch als das Gold der Branche bezeichnet.

Diese Urheberrechte befinden sich häufig im Besitz von einer Briefkastenfirma oder einer Offshore-Firma in anderen Steueroasen.

Beispielsweise Jersey gilt als regelrechtes Eldorado internationaler Top-Hits. Auf der kleinen Insel im Ärmelkanal sollen die Rechte tausender Songs von Briefkastenfirmen gehalten und auf diesem Wege Millionen von Steuern gespart werden.

So spart Shakira Steuern in Malta

Auch die Musikrechte der kolumbianischen Sängerin liegen bei einer Firma in einem steuergünstigen Land – genauer gesagt bei einer Holding-Gesellschaft in Malta.

Sehen wir uns nun an, wie die Struktur genau funktioniert und warum sich Shakira für den kleinen EU-Inselstaat im Mittelmeer entschied.

Malta, die legale Steueroase der EU

Das attraktive Steuersystem der kleinen Mittelmeerinsel bietet mit niedrigen Steuern sowohl natürlichen Personen als auch Unternehmen viele Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung.

Diese Vorteile machte sich auch Shakira zunutze.

Gründung einer maltesischen Firma

2007 gründete die Sängerin gemeinsam mit ihrem damaligen Partner Antonio de la Rua eine Malta Limited Gesellschaft mit dem Namen Tournesol Limited. In weiterer Folge war sie die alleinige Anteilseignerin des Unternehmens.

Das Firmengründung sollte dem Schutz und der Verwaltung von Shakiras musikalischem Vermögen dienen. Als Holding-Gesellschaft ist das maltesische Unternehmen deshalb für die Musikrechte, Urheberrechte und Lizenzen verantwortlich – und das völlig legal.

Zweite Firma in Luxemburg

Durch die Veröffentlichung der Paradise Papers wurde außerdem bekannt, dass es neben der Malta Limited Firma auch noch eine weitere Offshore-Gesellschaft geben soll.

Diese befindet sich in Luxemburg und ist ebenfalls Teil der steueroptimierten Lösung der Sängerin.

Shakiras Probleme mit den Steuerbehörden

Mit der Firmengründung in Malta und Luxemburg und ihrem Wohnsitz auf den Bahamas ist Shakira dabei vor allem dem spanischen Fiskus ein Dorn im Auge.

Warum das so ist?

Shakira lebte jahrelang – zumindest teilweise – in Barcelona. Dort kaufte der Pop-Superstar mit seinem Ex-Partner Gerard Piqué sogar ein Haus.

Aus diesem Grund wittern die Finanzbehörden in Spanien eine Umgehung der Steuerpflicht und forderte wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung zwischen 2012 und 2014 nicht nur eine Strafe in Höhe mehrerer Millionen, sondern sogar bis zu 8 Jahre Haft.

Einen Deal mit der Staatsanwaltschaft lehnte Shakira ab. Sie bezeichnete sich als unschuldig und sah in den Vorwürfen eine Verletzung ihrer Rechte.

Legale Maßnahmen zur Steueroptimierung

In der Vergangenheit hat Shakira in einem anderen Artikel auch öffentlich erklärt, bereit zu sein, Steuern zu bezahlen und kein Problem damit zu haben, ihren Beitrag zu leisten.

An dieser Stelle sei angemerkt: Es ist nur verständlich, dass die gebürtige Kolumbianerin als weltweit bekannte Prominente versucht, ihre Steuerlast zu minimieren, indem sie legale Steuerschlupflöcher nutzt.

Und eines ist auch klar: Damit ist die international erfolgreiche Sängerin nicht alleine, sondern in bester Gesellschaft zahlreicher Unternehmen und prominenter Persönlichkeiten.

Was macht die Lösung von Shakira so attraktiv?

Sowohl in Malta als auch in Luxemburg gibt es – bei korrekter Gestaltung – keine Steuern auf Lizenzgebühren. Und genau das macht die beiden EU-Länder zum attraktiven Ziel für Steueroptimierung in der Musikbranche.

Außerdem hat die Struktur von Shakira noch weitere Vorteile.

Internationale Steuerplanung ≠ Steuerhinterziehung

Die Gestaltung mit der Gründung der Malta Limited führt zwar in Sachen Steuer zu Einsparungen, ist aber aus rechtlicher Sicht völlig legal.

Obwohl der Begriff Steueroase häufig mit dubiosen Machenschaften assoziiert wird, handelt es sich dabei in vielen Fällen nur um eine geschickte Nutzung der Besonderheiten und Steuer-Gesetze bestimmter Länder.

Und genau das tut auch die Pop-Ikone mit ihrer Struktur – hält sich dabei aber gleichzeitig an die Gesetze und Richtlinien der entsprechenden Staaten (in diesem Fall Malta und Luxemburg).

Auch ihr Anwalt betont die Transparenz und Gesetzeskonformität der Gestaltung mit der Malta Limited und verteidigt zudem die Legitimität des Wohnsitzes auf den Bahamas zum – von den spanischen Behörden angeführten – Zeitpunkt.

Weitere Vorteile von Malta für die Firmengründung

Malta lohnt sich aber nicht nur beim Thema Musikrechte. Auch in anderen Branchen liegen die positiven Auswirkungen einer Firmengründung in Malta auf der Hand.

Die Insel eignet sich – abgesehen von ihrem angenehmen Klima und gutem Wetter – vor allem aufgrund ihrer vorteilhaften Besteuerung hervorragend als Wohnort.

Egal ob Privatperson oder Unternehmer, die kleine Mittelmeerinsel bietet ausländischen Personen als EU-Land eine gute Reputation und eine Reihe von Steuervorteilen.

Folgende Gründe machen Malta in Steuerfragen so lohnenswert:

  1. 5 % Körperschaftsteuer

    Dank Tax Refund senkt sich der Steuersatz der Körperschaftsteuer für Firmen in Malta mit ausländischen Gesellschaftern auf eine effektive Körperschaftsteuer von 5 %. Das macht das Land perfekt für eine Firmengründung.

  2. Steuerfreie Auslandseinkünfte

    Als Ausländer, der seinen Wohnsitz nach Malta verlegt, profitiert man dank Non-Dom-Status von einem Steuersatz von 0 % auf Einkünfte aus dem Ausland (solange diese Einkünfte nicht nach Malta ausbezahlt werden und auch sonst keinen Bezug zur Insel haben).

  3. Ideal mit EU-Wohnsitz

    Eine Firmengründung in Malta (Struktur mit Malta Limited und Holding) lohnt sich – dank Sonderstati zur steuerfreien Vereinnahmung ausländischer Einkünfte – auch in Kombination mit einem Wohnsitz in Spanien, Portugal oder Italien.

  4. Keine Quellensteuer

    Auf abfließende Dividenden (und Lizenzgebühren) gibt es in Malta, im Vergleich zu vielen anderen Ländern, keine Besteuerung an der Quelle. Mit Wohnsitz in einem Niedrigsteuerland wie Dubai oder auf den Bahamas (wie Shakira) fallen mit einer maltesischen Firma so nur die 5 % Steuer für die Körperschaft an.

Hier finden Sie eine ausführliche Liste der 10 wichtigsten Steuervorteile Maltas.

Fazit rund um Shakiras Struktur mit der Malta Limited

Wie durch die Paradise Papers öffentlich wurde, nutzt Shakira – wie auch viele andere Unternehmen und berühmte Leute – das Potenzial eines Offshore-Unternehmens in Malta, um ihre Steuerlast zu minimieren.

Sie entschied sich dabei aber nicht für eine Steueroase mit fragwürdigem Ruf, sondern suchte sich mit Malta gezielt ein EU-Land mit guter Reputation als Standort für Ihre Limited Firma aus.

Dank niedriger Steuern und einer starken Wirtschaft eignet sich die Insel hervorragend für Personen und Unternehmer, die auf der Suche nach einer steueroptimierten Firmenstruktur für Ihre internationalen Geschäfte sind.

Solange man sich dabei an die Gesetze der jeweiligen Staaten hält und steuerliche Richtlinien beachtet, ist gegen die Gründung und Nutzung einer ausländischen Firma zur steuerlichen Optimierung im Rahmen der persönlichen Rechte nichts einzuwenden.

Wichtig bei der persönlichen Steuergestaltung

Ob Promi wie Shakira oder Privatperson mit Unternehmen, ob Malta oder ein beliebiges anderes Land – zusammenfassend empfiehlt es sich beim Thema Steuern stets, einen Experten zurate zu ziehen, um keine folgenschweren Fehler zu riskieren.

Nur so kann sichergestellt werden, dass im internationalen Kontext sämtliche rechtlichen und steuerlichen Anforderungen erfüllt sind. Dieser Punkt sollte stets an erster Stelle stehen und garantiert eine erfolgreiche Gestaltung mit minimaler Besteuerung.

Sie haben eine Frage zum Artikel bzw. Steuer und Co. oder möchten Ihre eigene Firma in Malta gründen?

Unsere Kanzlei hilft Ihnen bei sämtlichen Fragen gerne weiter. Vereinbaren Sie dafür am besten ein persönliches Beratungsgespräch.

 
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