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Land und Leute

Zu welchem Land gehört Malta?

Malta ist ein eigenständiger Staat und seit vielen Jahren Mitglied der Europäischen Union. Hier erklären wir kurz, wie die Republik politisch und historisch einzuordnen ist.

Zu welchem Land gehört Malta?

Zu keinem. Malta ist ein souveräner Staat mit eigener Regierung, eigenem Parlament, eigener Steuerhoheit und eigenem Sitz in den Vereinten Nationen. Es gehört nicht zu Italien, nicht zu Großbritannien und zu keinem anderen Land. Die vollständige Bezeichnung lautet Republik Malta, auf Maltesisch Repubblika ta’ Malta.

Die Frage wird trotzdem jeden Monat tausendfach gestellt, und sie hat gute Gründe. Malta ist mit 316 Quadratkilometern kleiner als München, es liegt 93 Kilometer südlich von Sizilien, es war anderthalb Jahrhunderte britische Kolonie, und viele Ortsnamen klingen italienisch. Wer die Insel auf einer Europakarte sucht, findet einen Punkt südlich von Italien und schließt daraus das Naheliegende. Das Naheliegende ist hier falsch.

Gehört Malta zu Italien?

Nein. Zwischen Malta und Sizilien liegen 93 Kilometer offenes Mittelmeer und eine Staatsgrenze. Italienisch versteht auf Malta fast jeder, weil das italienische Fernsehen seit Jahrzehnten empfangen wird und Italienisch bis ins 20. Jahrhundert Sprache der Gerichte und der Oberschicht war. Amtssprachen sind heute Maltesisch und Englisch, nicht Italienisch.

Die kulturelle Nähe ist echt, die staatliche Zugehörigkeit gibt es nicht. Für Dich als Zuziehenden ist genau das der Punkt: Du ziehst in ein Land mit mediterraner Nähe und eigenem Recht, eigener Steuerverwaltung und eigenen Regeln für Aufenthalt und Ansässigkeit.

Gehört Malta zur EU?

Ja, und zwar vollständig. Malta ist seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union, seit dem 21. Dezember 2007 Teil des Schengen-Raums und seit dem 1. Januar 2008 Mitglied der Eurozone. Damit gilt auf der Insel die volle Personenfreizügigkeit: EU-Bürger brauchen kein Visum, keine Aufenthaltsgenehmigung im klassischen Sinn und keine Arbeitserlaubnis, sondern melden ihren Aufenthalt an.

Für Nicht-EU-Bürger sieht der Weg anders aus; Malta vergibt Aufenthalt und Arbeitserlaubnis in einem Verfahren, das wir auf der Seite zu Arbeitserlaubnis und Visum beschreiben.

Wie Malta unabhängig wurde

Die Eigenstaatlichkeit ist jünger, als viele denken, und sie hat ein Datum für jede Stufe:

  • 21. September 1964: Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Malta bleibt zunächst Monarchie im Commonwealth, Staatsoberhaupt ist die britische Krone.
  • 13. Dezember 1974: Malta wird Republik mit einem eigenen Präsidenten an der Spitze.
  • 31. März 1979: Der letzte britische Militärstützpunkt wird geräumt. Der Tag heißt bis heute Freedom Day und ist Feiertag.
  • 1. Mai 2004: Beitritt zur Europäischen Union nach einem Referendum und einer Parlamentswahl, die beide zur selben Frage geführt wurden.

Vor der britischen Zeit regierte fast 270 Jahre lang der Johanniterorden die Insel, davor Spanier, Normannen, Araber, Byzantiner, Römer und Phönizier. Die Kurzfassung dieser Geschichte steht bei den Fakten über Malta.

Ein Staat, drei bewohnte Inseln

Zur Republik Malta gehören Malta, Gozo und Comino. Die Hauptinsel Malta trägt die Hauptstadt Valletta, den Flughafen, den Hafen und den größten Teil der Wirtschaft. Gozo ist grüner, ruhiger und über eine Fähre in 25 Minuten erreichbar. Comino zählt eine Handvoll ständiger Bewohner und ist vor allem für die Blaue Lagune bekannt. Dazu kommen unbewohnte Felseninseln wie Filfla und St. Paul’s Island.

Wie sich die Einwohner auf diesen Raum verteilen und warum Malta die dichteste Besiedlung der EU hat, steht bei Einwohnern und Größe.

Was die Eigenstaatlichkeit praktisch bedeutet

Ein eigener Staat heißt: eigenes Steuerrecht. Malta erhebt seine Körperschaftsteuer nach eigenen Regeln, erstattet ausländischen Gesellschaftern sechs Siebtel davon und kommt so auf effektiv rund 5 Prozent. Es besteuert Zugezogene nach dem Remittance-Prinzip, also nur das, was tatsächlich auf die Insel fließt, und macht damit den Non-Dom-Status möglich. Beides gäbe es nicht, wenn Malta eine italienische Provinz oder ein britisches Überseegebiet wäre.

Gleichzeitig ist Malta EU-Mitglied und damit an europäisches Recht gebunden, von der Anti-Steuervermeidungsrichtlinie bis zum automatischen Informationsaustausch. Das ist kein Nachteil, sondern der Grund, warum die Struktur belastbar ist: Du arbeitest mit einem EU-Staat, dessen Regeln Banken, Finanzämter und Geschäftspartner anerkennen, nicht mit einem Offshore-Platz auf einer grauen Liste.

Die deutsche Seite Deines Umzugs bleibt davon unberührt. Welche Pflichten Dich in Deutschland auch nach dem Wegzug treffen, steht im Fachwissen zur deutschen Seite.

Aus Landeskunde wird irgendwann eine Entscheidung.

Wenn Du wissen willst, was der Umzug nach Malta für Deine Steuern und Deine Firma bedeutet, rechnen wir das an Deinen Zahlen durch.