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Steuern in Malta

Malta Steuern: Ist Malta ein Steuerparadies? Sätze, Kosten, Nachteile

Bis zu 35 Prozent für Einwohner, rund 5 Prozent für Firmen mit Erstattung. Was Malta wirklich besteuert, was Dich das im Jahr kostet und wo die Vorteile enden.

Wer nach Malta Steuern sucht, will meistens eine von zwei Antworten: Wie hoch ist der Steuersatz in Malta wirklich, und ist Malta ein Steuerparadies? Die kurze Antwort auf beide Fragen: Malta besteuert Einwohner mit bis zu 35 Prozent, also ganz normal. Zum Steuerparadies wird die Insel erst durch zwei Regeln, die für Zuzügler gemacht sind, nämlich die Besteuerung von Auslandseinkünften nur bei Überweisung und das Erstattungssystem für Gesellschaften. Beide haben Voraussetzungen, Kosten und Nachteile.

Steuern in Malta: die Sätze für Privatpersonen

Malta hat eine progressive Einkommensteuer mit vier Stufen. Die Steuertabellen der Steuerbehörde MTCA für 2026 sehen für die beiden häufigsten Tarife so aus:

SteuersatzSingle-TarifEhegattentarif ohne Kinder
0 %bis 12.000 €bis 15.000 €
15 %12.001 bis 16.000 €15.001 bis 23.000 €
25 %16.001 bis 60.000 €23.001 bis 60.000 €
35 %ab 60.001 €ab 60.001 €

Für Eltern gibt es eigene Tarife mit höheren Freibeträgen. Ein Ehepaar mit zwei oder mehr Kindern zahlt 2026 bis 22.500 Euro keine Einkommensteuer. Die Tarife stehen in Artikel 56 Absatz 1 des Income Tax Act.

Der Spitzensteuersatz in Malta liegt also bei 35 Prozent, und er greift ab 60.000 Euro. Das ist ein normales Steuerniveau, kein Steuerparadies. Wer in Malta lebt und dort ein normales Gehalt bezieht, zahlt maltesische Einkommensteuer nach dieser Tabelle, dazu Sozialversicherung. Auch die Mehrwertsteuer ist mit einem Normalsatz von 18 Prozent nach dem Value Added Tax Act keine Besonderheit.

Für Gesellschaften gilt nach Artikel 56 Absatz 6 des Income Tax Act ein Steuersatz von 35 Prozent. Auch das klingt zunächst nicht nach einer Steueroase.

Ist Malta ein Steuerparadies?

Ja und nein. Malta ist keine Steueroase im klassischen Sinn: Es ist EU-Mitglied, hat ein vollständiges Steuersystem, eine Steuerbehörde, die prüft, und nominale Sätze von bis zu 35 Prozent. Wer in Malta lebt und arbeitet, zahlt Steuern.

Zum Steuerparadies wird Malta für zwei Gruppen:

  • Zuzügler, die nicht in Malta domiziliert sind, deren Domizil, also die dauerhafte Heimat im Rechtssinn, nicht Malta ist. Für sie gilt die Besteuerung von Auslandseinkünften nur bei Überweisung nach Malta.
  • Unternehmer mit einer maltesischen Gesellschaft, deren Gesellschafter nach einer Ausschüttung den größten Teil der Körperschaftsteuer zurückbekommen. Unterm Strich bleiben bei aktiven Gewinnen etwa 5 Prozent.

Wenn also jemand fragt, ob Malta eine Steueroase oder ein Steuerparadies ist, lautet die ehrliche Antwort: für Einheimische mit Gehalt nicht, für Zuzügler mit Auslandseinkünften und für Unternehmer mit sauberer Struktur durchaus. Die zehn wichtigsten Hebel mit ihren Grenzen stehen in der Übersicht der Steuervorteile in Malta.

Non-Dom und Remittance: Steuern nur auf das, was nach Malta kommt

Der wichtigste Satz für Zuzügler steht in Artikel 4 Absatz 1 des Income Tax Act. Nach dem ersten Vorbehalt dieser Vorschrift zahlt jemand, der nicht gewöhnlich in Malta ansässig oder nicht in Malta domiziliert ist, auf Einkünfte aus dem Ausland nur Steuern auf den Betrag, der in Malta ankommt. Fachleute sprechen von der Remittance-Basis, die Betroffenen heißen Non-Doms.

Der zweite Vorbehalt geht noch weiter: Kapitalgewinne aus dem Ausland sind für diesen Personenkreis in Malta steuerfrei, auch wenn sie nach Malta überwiesen werden. Verkaufst Du also als Non-Dom ein Depot im Ausland, besteuert Malta den Gewinn nicht.

Was nicht unter die Remittance-Basis fällt:

  • Einkünfte aus Malta, also etwa ein Gehalt für Arbeit auf der Insel oder Mieten aus maltesischen Wohnungen, werden normal nach Tabelle besteuert.
  • Auslandseinkünfte, die Du nach Malta holst, sind steuerpflichtig, egal ob als Überweisung oder auf anderem Weg.

Dazu kommt seit dem Veranlagungsjahr 2019 eine Mindeststeuer von 5.000 Euro. Nach Artikel 56 Absatz 27 des Income Tax Act zahlt ein Non-Dom, der mindestens 35.000 Euro Auslandseinkünfte hat und sie nicht vollständig nach Malta überweist, mindestens 5.000 Euro im Jahr. Bei Ehepaaren mit gemeinsamer Veranlagung zählen die Einkünfte beider zusammen. Maltesische Steuer, die Du ohnehin zahlst, wird angerechnet. Und wer nachweist, dass er ohne Remittance-Basis weniger als 5.000 Euro Steuern zahlen würde, zahlt nur diesen niedrigeren Betrag.

Das ordentliche Non-Dom-Verfahren mit dieser Mindeststeuer ist für die meisten Zuzügler der Standardweg. Es braucht kein Programm und keinen Antrag auf einen Sonderstatus.

Das 5-Prozent-Modell: wie Malta Unternehmer besteuert

Der zweite Grund, warum Malta als Steuerparadies gilt, ist das Erstattungssystem für Gesellschaften. Die Mechanik ist einfach, wenn man sie einmal durchrechnet. Bei 100 Euro Gewinn aus aktiver Tätigkeit:

  1. Die maltesische Gesellschaft zahlt 35 Euro Körperschaftsteuer.
  2. Sie schüttet den Gewinn an ihren Gesellschafter aus.
  3. Der Gesellschafter fordert nach Artikel 48 Absatz 4A des Income Tax Management Act sechs Siebtel der gezahlten Steuer zurück, also 30 Euro.
  4. Unterm Strich bleiben 5 Euro Steuer, also 5 Prozent.

Für passive Zinsen und Lizenzgebühren beträgt die Erstattung nur fünf Siebtel, effektiv bleiben dann rund 10 Prozent. Nach Artikel 48 Absatz 8 muss die Steuerbehörde die Erstattung spätestens am 14. Tag nach Fälligkeit auszahlen. Braucht sie weitere Prüfungen, kann sich diese Frist um zwölf Monate verlängern.

Seit 2025 gibt es einen zweiten Weg. Nach der Legal Notice 188 von 2025 kann eine Gesellschaft statt 35 Prozent mit Erstattung eine endgültige Steuer von 15 Prozent ohne Erstattung wählen. Die Wahl gilt für mindestens fünf aufeinanderfolgende Veranlagungsjahre. Wie beide Wege im Detail funktionieren und wann sich welcher rechnet, steht unter 5 Prozent Steuern in Malta.

Pauschalprogramme: wenn Planbarkeit wichtiger ist als der niedrigste Betrag

Neben dem normalen Non-Dom-Weg bietet Malta Programme mit Pauschalbesteuerung. Das bekannteste für Bürger aus der EU, dem EWR und der Schweiz ist das Residence Programme. Nach Regel 5 der Residence Programme Rules werden überwiesene Auslandseinkünfte mit 15 Prozent besteuert, bei einer Mindeststeuer von 15.000 Euro im Jahr.

Ab dem 1. Januar 2027 gelten neue Regeln. Die Individual Tax Programme Rules setzen die Mindeststeuer für den neuen Status auf 35.000 Euro. Wer bis zum 31. Dezember 2026 beantragt, bleibt nach der Übergangsregel bis Ende 2031 bei den alten Konditionen. Die Programme lohnen sich für Menschen mit hohen Auslandseinkünften, die einen festen Rahmen wollen. Für die meisten Zuzügler bleibt der normale Non-Dom-Weg günstiger. Die Einzelheiten stehen beim Malta Residence Programme.

Kosten: was Steuern sparen in Malta wirklich kostet

Wer über Malta Steuern sparen will, sollte nicht nur auf den Satz schauen, sondern auf das, was er im Jahr tatsächlich zahlt. Die wichtigsten Posten:

  • Mindeststeuer: 5.000 Euro im Jahr im normalen Non-Dom-Weg, sobald die Auslandseinkünfte 35.000 Euro erreichen und nicht vollständig überwiesen werden. Im Residence Programme 15.000 Euro, im neuen Status ab 2027 35.000 Euro.
  • Steuer auf das, was Du überweist: Was Du für Dein Leben auf der Insel brauchst, holst Du nach Malta, und überwiesene Auslandseinkünfte werden nach Tabelle besteuert. Wer seine Lebenshaltung aus steuerfreien ausländischen Kapitalgewinnen oder aus bereits versteuertem Vermögen bezahlt, plant hier anders als jemand, der von laufenden Einkünften lebt.
  • Liquidität bei der Gesellschaft: Die Gesellschaft zahlt zuerst 35 Prozent, die Erstattung kommt erst nach der Ausschüttung. Dieses Geld fehlt bis dahin in der Kasse.
  • Laufende Kosten der Gesellschaft: Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärung und Geschäftsführung vor Ort kosten Geld, und eine Gesellschaft ohne echte Substanz in Malta hält den Fragen der Finanzämter im Heimatland nicht stand.
  • Lebenshaltung: Steuern sind nur ein Teil der Rechnung. Wie das Leben auf der Insel im Alltag aussieht, von den Orten bis zur Mentalität, steht unter Malta: Land und Leute.

Für Rentner gibt es eine eigene Entlastung. Seit dem 1. Januar 2026 liegt die Grenze der Rentenbefreiung nach der Legal Notice 53 von 2026 bei 37.104 Euro. Welche Renten darunter fallen, regeln die Pensions (Tax Exemption) Rules im Einzelnen.

Nachteile: wo das Steuerparadies endet

Malta hat Grenzen, und die meisten liegen nicht auf der Insel, sondern im Heimatland.

Deutschland bleibt lange zuständig. Nach § 2 des Außensteuergesetzes bleiben Deutsche, die in den zehn Jahren vor dem Wegzug mindestens fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig waren, in ein Land mit niedriger Besteuerung ziehen und wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behalten, bis zu zehn Jahre nach dem Wegzugsjahr erweitert beschränkt steuerpflichtig. Das gilt, wenn die betroffenen Einkünfte im Jahr 16.500 Euro übersteigen.

Der Wegzug selbst kann Steuern auslösen. Nach § 6 des Außensteuergesetzes gilt der Wegzug für Beteiligungen im Sinne von § 17 EStG als Verkauf. Voraussetzung ist, dass Du in den letzten zwölf Jahren insgesamt mindestens sieben Jahre unbeschränkt steuerpflichtig warst. Die Steuer kann auf Antrag in sieben Jahresraten gezahlt werden, in der Regel gegen Sicherheit.

Die 5 Prozent sind für deutsche Gesellschafter eine niedrige Besteuerung. Nach § 8 Absatz 5 des Außensteuergesetzes liegt eine niedrige Besteuerung vor, wenn die Ertragsteuerbelastung unter 15 Prozent liegt. In diese Berechnung zählen ausdrücklich die Ansprüche, die der ausländische Staat dem Gesellschafter bei einer Ausschüttung gewährt, also genau die maltesische Erstattung. Wer in Deutschland wohnt und eine maltesische Gesellschaft hält, für den kann deshalb die Hinzurechnungsbesteuerung greifen, soweit die Gesellschaft Einkünfte erzielt, die das Gesetz nicht als aktiv anerkennt. Seine volle Wirkung entfaltet das 5-Prozent-Modell deshalb erst, wenn Du selbst nicht mehr in Deutschland steuerpflichtig bist.

Österreich und die Schweiz haben eigene Regeln für Wegzug und ausländische Gesellschaften. Welche davon für Dich gelten, hängt vom Einzelfall ab. Die Fachbeiträge zu den Abkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz und zu den Wegzugsregeln sind unter Fachwissen gesammelt.

Malta besteuert, was in Malta passiert. Arbeitest Du von Malta aus für einen maltesischen Arbeitgeber oder vermietest Du eine Wohnung auf der Insel, zahlst Du darauf maltesische Steuern nach Tabelle, bis zu 35 Prozent. Die Remittance-Basis hilft nur bei Einkünften aus dem Ausland.

Familientarife haben Bedingungen. Die günstigeren Tarife für Eltern setzen nach Artikel 56 Absatz 1 voraus, dass ein Elternteil Staatsangehöriger eines EU- oder EWR-Staats ist oder den Status eines langfristig Aufenthaltsberechtigten hat. Für andere Paare verlangt das Gesetz, dass das Kind in Malta geboren wurde und dort lebt. Schweizer Familien ohne EU-Pass sollten das vor dem Umzug prüfen lassen.

Kurz beantwortet: die häufigsten Fragen zu Steuern in Malta

Malta Steuersatz: wie hoch ist er?

Der Steuersatz in Malta für Privatpersonen reicht von 0 bis 35 Prozent, je nach Einkommen und Tarif. Der Steuersatz Malta für Gesellschaften liegt nominal bei 35 Prozent, nach der Erstattung an den Gesellschafter effektiv bei rund 5 Prozent auf aktive Gewinne oder bei 15 Prozent, wenn die Gesellschaft die endgültige Steuer ohne Erstattung wählt.

Ist Malta eine Steueroase?

Nein, nicht im Sinne einer Insel ohne Steuern. Die Malta Steueroase, von der oft die Rede ist, beschränkt sich auf zwei Regeln: die Remittance-Basis für Non-Doms und das Erstattungssystem für Gesellschafter. Wer keine der beiden nutzt, zahlt Steuern auf Malta wie in jedem anderen EU-Land auch.

Steuerparadies Malta: für wen gilt das?

Das Malta Steuerparadies gilt für Zuzügler mit Auslandseinkünften, die nicht in Malta domiziliert sind, und für Unternehmer, die ihre Gesellschaft mit echter Substanz in Malta führen und selbst dort leben. Für Angestellte mit maltesischem Gehalt gilt es nicht.

Steuern Malta oder Heimatland: wer besteuert was?

Wer nach Malta zieht, zahlt Steuer Malta auf maltesische Einkünfte und auf überwiesene Auslandseinkünfte. Das Heimatland kann je nach Lage weiter zugreifen, in Deutschland vor allem über das Außensteuergesetz. Die Doppelbesteuerungsabkommen regeln, welcher Staat bei welcher Einkunft zuerst dran ist.

Malta Steuer sparen: ist das legal?

Ja, wenn Du die Regeln einhältst, die das maltesische Gesetz selbst aufstellt, und die Regeln Deines Heimatlands beim Wegzug beachtest. Steuern auf Malta legal zu sparen heißt: wirklich umziehen, die Mindeststeuer zahlen, sauber dokumentieren, was Du nach Malta überweist, und eine Gesellschaft dort führen, wo sie sitzt.

Malta Steuern sparen: wer wirklich profitiert

Aus den Regeln ergibt sich ziemlich klar, für wen sich Malta steuerlich lohnt und für wen nicht.

Es lohnt sich typischerweise für:

  • Unternehmer mit einer aktiven, international tätigen Firma, die bereit sind, selbst umzuziehen und in Malta echte Substanz aufzubauen.
  • Investoren mit Kapitalgewinnen aus dem Ausland, die als Non-Dom steuerfrei bleiben.
  • Menschen mit Auslandseinkünften, die nur einen Teil davon nach Malta holen müssen und mit der Mindeststeuer von 5.000 Euro gut leben.
  • Rentner, deren Renten unter die Befreiung bis 37.104 Euro fallen.

Es lohnt sich eher nicht für:

  • Angestellte, die in Malta für einen maltesischen Arbeitgeber arbeiten und ihr gesamtes Einkommen dort verdienen.
  • Unternehmer, die in Deutschland wohnen bleiben und erwarten, dass eine Firma auf Malta allein ihre Steuerlast auf 5 Prozent senkt.
  • Menschen, deren wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland bleiben und die deshalb unter die erweiterte beschränkte Steuerpflicht fallen.

Die häufigsten Fragen zu Firma, Wohnsitz und Steuern in Malta sind unter Häufige Fragen beantwortet. Ob Malta in Deinem Fall ein Steuerparadies ist oder nur ein Land mit 35 Prozent Spitzensteuersatz, entscheidet sich an Deinen Zahlen: Herkunft der Einkünfte, Familienstand, Firmenstruktur und das, was Du in Deinem Heimatland zurücklässt.

Rechne Deinen Fall durch, bevor Du umziehst.

Im Beratungsgespräch prüfen wir, ob Malta für Deine Einkünfte, Deine Familie und Deine Firma wirklich günstiger ist.