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Malta zählt 581.244 Einwohner, im August aber 671.576 Menschen: wo es am vollsten wird

Dicht gedrängte Kalksteindächer einer maltesischen Stadt von oben

Wie viele Menschen leben auf Malta? Die Antwort hängt davon ab, wann Du fragst. Das nationale Statistikamt NSO hat am 15. Oktober eine Auswertung veröffentlicht, die genau diesen Unterschied misst. Nach der Veröffentlichung zur Tourismusintensität 2025 lebten Mitte 2025 auf den Inseln 581.244 Einwohner. Rechnet man die Touristen dazu, die im Schnitt jeden Tag da waren, kommt man auf 632.011 Menschen. Und im August, dem vollsten Monat, waren es 671.576.

Für Urlauber ist das eine Randnotiz. Für Dich, wenn Du einen Umzug planst, ist es eine der nützlichsten Statistiken, die Malta veröffentlicht. Denn sie zeigt Ort für Ort, wo Du im Sommer mit Deinen Nachbarn allein bist und wo auf jeden Einwohner fast anderthalb Gäste kommen.

Die Zahlen für das ganze Land

Das NSO arbeitet mit drei Größen. Die Wohnbevölkerung ist die Zahl der Einwohner zur Jahresmitte. Die Touristenbevölkerung ist die Zahl der Touristen, die im Durchschnitt eines Tages auf den Inseln übernachten, abzüglich der Malteser, die gerade selbst im Ausland Urlaub machen. Beides zusammen ergibt die effektive Bevölkerung, also die Zahl der Menschen, die tatsächlich da sind.

2025TouristenMenschen auf der InselTouristen je 100 Einwohner
Jahresdurchschnitt50.767632.0118,7
August90.332671.57615,5
Dezember13.184594.4282,3

Zwischen dem leersten und dem vollsten Monat liegen damit 77.148 Menschen, ein Unterschied von 13 Prozent. Die Tourismusintensität, also die Zahl der Touristen je 100 Einwohner, stieg im Jahresschnitt von 8,2 im Jahr 2024 auf 8,7. Anders gesagt: Auf 100 Einwohner kam 2025 ein Tourist mehr als im Jahr davor.

Die Wohnbevölkerung selbst ist ebenfalls gewachsen, nach den Tabellen des NSO von 568.845 Mitte 2024 auf 581.244 Mitte 2025, ein Plus von 12.399 Menschen oder 2,1 Prozent. Die Touristen wuchsen schneller: Ihre durchschnittliche Zahl stieg um 8,2 Prozent. Wie stark Zuzug die Insel verändert und wie international die Bevölkerung inzwischen ist, haben wir im Juli zum Bevölkerungsrekord beschrieben. Die Grunddaten zu Fläche, Hauptstadt und Einwohnern findest Du unter Malta: Einwohner und Größe.

Ein Hinweis zu den Zahlen: Die Wohnbevölkerung in dieser Auswertung ist ein Wert zur Jahresmitte. Zahlen zum Jahresende fallen in einem Land mit so starkem Zuzug höher aus. Wer zwei Malta-Statistiken mit unterschiedlichen Einwohnerzahlen sieht, sollte deshalb zuerst auf den Stichtag schauen.

Die Saison wird länger

Ein Detail in den Tabellen des NSO ist für den Alltag auf der Insel fast wichtiger als der Spitzenwert im August. Die Zahl der Touristen ist 2025 nicht im Sommer am stärksten gewachsen, sondern im Winter. Im ersten Quartal lag sie um 20,5 Prozent über dem Vorjahr, im zweiten um 8,6 Prozent, im dritten nur um 4,2 Prozent und im vierten um 6,8 Prozent.

Quartal 2025Touristen im SchnittVeränderung zum VorjahrTouristen je 100 Einwohner
Januar bis März29.500plus 20,5 %5,1
April bis Juni57.155plus 8,6 %9,8
Juli bis September74.204plus 4,2 %12,8
Oktober bis Dezember41.816plus 6,8 %7,2

Der Sommer ist also nahe an seiner Grenze, das Wachstum verlagert sich in die Monate davor und danach. Für Dich heißt das: Die ruhigen Wochen, in denen die Insel fast den Einwohnern gehört, werden kürzer. Wer Malta nur im Januar kennt, kennt einen Zustand, den es in dieser Form seltener gibt als noch vor wenigen Jahren. Im Jahr 2023 kamen im ersten Quartal nach den NSO-Tabellen im Schnitt rund 20.300 Touristen, 2025 waren es fast 29.500.

Wo die Touristen sind: die Bezirke

Spannend wird die Auswertung, wenn man sie auf die Karte legt. Malta ist in sechs Bezirke eingeteilt, und die Unterschiede zwischen ihnen sind riesig.

BezirkEinwohner Mitte 2025Touristen im SchnittTouristen je 100 Einwohner
Northern Harbour185.42527.07314,6
Northern109.35116.74115,3
Southern Harbour90.7375.3305,9
South Eastern84.1314380,5
Western70.097minus 647minus 0,9
Gozo und Comino41.5031.6734,0

Der Northern Harbour, der dicht bebaute Großraum an den Häfen nördlich von Valletta, hat die meisten Einwohner und die meisten Touristen. Pro Kopf liegt aber der Northern District im Norden der Hauptinsel knapp vorn. In beiden Bezirken kommen im Jahresschnitt rund 15 Touristen auf 100 Einwohner. Im Northern Harbour leben 7.718 Menschen auf einem Quadratkilometer. Mit den Touristen im Jahresschnitt sind es 8.845, also 1.127 Menschen mehr auf jedem Quadratkilometer.

Am anderen Ende stehen der Süden und der Westen. Im South Eastern District spielt der Tourismus für die Bevölkerungszahl praktisch keine Rolle. Im Western District ist der Wert sogar negativ. Das ist kein Rechenfehler, sondern Folge der Methode: Dort fahren mehr Einwohner selbst ins Ausland, als Touristen übernachten. Über das Jahr gerechnet sind in diesen Orten also eher weniger Menschen da als gemeldet.

Gozo und Comino liegen bei 4,0 Touristen je 100 Einwohner und damit sogar etwas niedriger als 2024, als es noch 4,6 waren. Die Zahl der Touristen ging dort nach den Tabellen des NSO um 10,9 Prozent zurück.

Die sechs vollsten Orte

Noch deutlicher wird es auf Ebene der Gemeinden. Das NSO weist die sechs Orte mit dem meisten Tourismus einzeln aus:

OrtEinwohner Mitte 2025Touristen je 100 Einwohner, JahrTouristen je 100 Einwohner, August
San Ġiljan (St. Julian's)15.42082,9143,0
Valletta5.23980,598,5
Tas-Sliema22.94342,763,9
Il-Mellieħa14.62040,166,7
Il-Gżira12.26530,237,6
San Pawl il-Baħar (St. Paul's Bay)40.53627,846,6

In St. Julian's kamen im August 143 Touristen auf 100 Einwohner, 16,5 mehr als im August 2024. Im Schnitt eines Augusttages waren dort rund 22.000 Touristen, bei gut 15.400 Einwohnern. Über das ganze Jahr waren es knapp 83 Gäste auf 100 Einwohner, der höchste Jahreswert aller Orte.

Valletta ist der Sonderfall. Die Hauptstadt hat nur 5.239 Einwohner, aber im Jahresschnitt 80,5 Touristen je 100 Einwohner. Kein anderer Ort legte so stark zu: 2024 waren es noch 69,9. Und Valletta bleibt auch im Winter voll. Im Dezember, dem ruhigsten Monat, kamen dort noch 55,9 Touristen auf 100 Einwohner, mehr als in jedem anderen der sechs Orte.

Sliema ist der dichteste Ort des Landes. Hier leben 17.703 Menschen auf einem Quadratkilometer. Mit den Touristen im Jahresschnitt werden daraus 25.268, im August sogar 29.023 Menschen je Quadratkilometer. Zum Vergleich: Für ganz Malta liegt der Wert bei 1.845 Einwohnern je Quadratkilometer, mit Touristen bei 2.006.

St. Paul's Bay ist mit 40.536 Einwohnern der größte Ort der Liste. Im August stieg seine effektive Bevölkerung nach dem NSO auf 59.444 Menschen. Gżira fällt durch das Tempo auf: Die Zahl der Touristen dort stieg 2025 um 37,8 Prozent, während die Zahl der Einwohner leicht sank.

Mellieħa zeigt, wie stark ein Badeort im Sommer anschwillt. Im Jahresschnitt kommen dort 40 Touristen auf 100 Einwohner, im August 66,7. Die Zahl der Menschen im Ort stieg im August nach dem NSO auf rund 24.400, bei 14.620 Einwohnern. Wer dort eine ruhige Wohnung mit Meerblick sucht, findet sie, sollte aber wissen, dass der Ort im August ein anderer ist als im Februar.

Was das für Deine Wohnortwahl heißt

Für die Suche nach einer Wohnung auf Malta lassen sich aus den Zahlen ein paar handfeste Schlüsse ziehen.

Der Sommer verändert die Orte unterschiedlich stark. Wer im Winter eine Wohnung in St. Julian's oder Sliema besichtigt, sieht nicht den Ort, in dem er im August lebt. Dort steigt die Zahl der Menschen im Ort im Hochsommer kräftig an. In den Orten des Südostens und des Westens bleibt sie dagegen fast gleich. Wenn Du kannst, schau Dir Deinen künftigen Wohnort einmal in der Hochsaison an, bevor Du einen Jahresvertrag unterschreibst.

Ruhe und Infrastruktur liegen selten am selben Ort. Der Northern Harbour ist das wirtschaftliche Zentrum, mit Büros, Schulen, Ärzten und Restaurants in Gehweite. Genau dort ist aber auch der Tourismus am stärksten. Der Süden und der Westen sind ruhiger und haben deutlich weniger Gäste, bedeuten aber oft längere Wege. Wer im Homeoffice arbeitet, gewichtet anders als jemand, der täglich nach St. Julian's ins Büro fährt.

Valletta ist kein ruhiges Altstadtidyll im Winter. Wer sich die Hauptstadt als Rückzugsort für die Nebensaison vorstellt, sollte wissen, dass sie auch im Dezember unter den sechs Touristenorten die höchste Tourismusintensität hat.

Gozo bleibt ruhiger als der Norden. Mit 4 Touristen je 100 Einwohner im Jahresschnitt und einem Rückgang gegenüber 2024 liegt die Schwesterinsel weit unter den beiden Tourismusbezirken der Hauptinsel.

Auch der Immobilienmarkt spiegelt die Verteilung. Nach der NSO-Statistik zu Wohnungsverkäufen im September 2026 wurden die meisten Kaufverträge in San Pawl il-Baħar (85), Birkirkara (63) und Ħaż-Żabbar (39) unterzeichnet. Insgesamt waren es 974 Kaufverträge, 11,5 Prozent weniger als im September 2025. Wie sich Kauf- und Mietpreise entwickeln, haben wir zu den Immobilienpreisen in Malta zusammengefasst, und was das Leben insgesamt kostet, steht unter Lebenshaltungskosten in Malta.

Wie das NSO rechnet

Die Auswertung beruht auf den Übernachtungen in allen Formen touristischer Unterkünfte. Gezählt wird, wie viele Touristen im Durchschnitt pro Tag in einem Ort übernachten. Davon zieht das NSO die Einwohner ab, die zur selben Zeit selbst als Touristen im Ausland sind. Deshalb kann der Wert in einem Bezirk mit wenig Tourismus und reiselustigen Einwohnern negativ werden.

Die Zahl der Einwohner hält das NSO für alle Monate auf dem Wert zur Jahresmitte fest. Die Schwankung zwischen August und Dezember stammt also allein von den Touristen. Für 2023 und 2024 hat das Amt seine Zahlen zur Touristenbevölkerung überarbeitet. Ältere Veröffentlichungen nennen deshalb teilweise andere Werte für diese Jahre.

Die Statistik passt zu den Passagierzahlen des Flughafens. Wie voll der vergangene Sommer am Flughafen war, haben wir beim Rekordsommer mit 1,2 Millionen Fluggästen beschrieben. Die NSO-Auswertung zeigt nun, wo diese Gäste auf der Insel tatsächlich übernachten.

Warum die Zahl für Zuzügler mehr sagt als jede Broschüre

Mit 1.845 Einwohnern je Quadratkilometer ist Malta schon ohne Gäste dicht besiedelt. Die Tourismusstatistik ergänzt sie um die Frage, die im Alltag zählt: Wie viele Menschen teilen sich die Straßen, Busse, Strände und Arztpraxen eines Ortes wirklich? Die Antwort reicht von fast niemand zusätzlich im Südosten bis zu mehr Gästen als Einwohnern in St. Julian's im August.

Das spricht weder für noch gegen einen Ort. Wer das Leben am Wasser mit Restaurants und Abendleben sucht, findet es genau dort, wo die Touristen sind. Wer abends Ruhe will, findet sie wenige Kilometer weiter im Landesinneren. Entscheidend ist, dass Du die Wahl mit offenen Augen triffst. Wie sich die Insel im Alltag anfühlt, von der Sprache bis zur Mentalität, beschreiben wir unter Malta: Land und Leute.

Malta ist eine Entscheidung, keine Meldung.

Was eine Nachricht für Deine Struktur bedeutet, klären wir im Beratungsgespräch. Konkret, an Deinen Zahlen.