Remote arbeiten, im Süden leben und einen planbaren Steuersatz von 10 Prozent zahlen: Das war Maltas Versprechen an digitale Nomaden. Was bislang fehlte, war Klarheit im Detail. Genau die gibt es jetzt schwarz auf weiß.
Am 16. Januar 2026 hat die maltesische Steuerverwaltung MTCA offizielle Richtlinien zu den Nomad Residence Permits (Income Tax) Rules veröffentlicht, der Subsidiärgesetzgebung S.L. 123.210. Kanzleien wie WH Partners haben die Neuerungen zusammengefasst. Für alle, die mit dem Nomad Residence Permit auf der Insel leben oder das planen, sind drei Punkte entscheidend.
Punkt 1: Die 10 Prozent stehen, und zwar sauber definiert
Auf das steuerpflichtige Einkommen aus der genehmigten Tätigkeit, also Deiner Remote-Arbeit für Auftraggeber außerhalb Maltas, zahlst Du als Permit-Inhaber 10 Prozent. Dieses Einkommen wird als erster Teil Deines Gesamteinkommens behandelt. Zum Vergleich: Der reguläre maltesische Spitzensatz liegt bei 35 Prozent, deutsche Selbständige geben schnell die Hälfte ab. 10 Prozent Flat Tax auf Dein Arbeitseinkommen, festgeschrieben in offiziellen Richtlinien, das bietet in der EU kaum ein zweiter Standort.
Punkt 2: Die ersten 12 Monate bleiben steuerfrei, richtig gerechnet
Dein Einkommen aus der genehmigten Arbeit wird erst nach Ablauf von 12 Monaten besteuert, gerechnet ab Ausstellung des Permits oder ab dem 1. Januar 2024, je nachdem, was später liegt. Achtung, hier kursieren falsche Angaben: Die 12-Monats-Frist läuft ab Ausstellung des Permits, nicht ab Deiner Einreise. Wer die Daten verwechselt, verschenkt entweder steuerfreie Monate oder deklariert zu spät.
Punkt 3: Ein neues Wahlrecht für alle, die früher Steuerresident sein wollen
Klingt zunächst absurd, freiwillig früher Steuern zahlen? Kann aber sehr sinnvoll sein. Die Richtlinien bestätigen: Du kannst gegenüber der Residency Malta Agency schriftlich erklären, dass Dein Aufenthalt auf Malta auch während der ersten 12 Monate nicht bloß vorübergehender Natur ist, und damit sofort in die Besteuerung optieren. Warum sollte man das tun? Weil ein belastbarer maltesischer Steuerwohnsitz Gold wert ist, etwa gegenüber dem deutschen Finanzamt, das nach Deinem Wegzug wissen will, wo Du denn nun steuerlich zu Hause bist. Ein Jahr steuerliches Niemandsland kann Dich dort teurer zu stehen kommen als 10 Prozent auf Malta.
Dazu regeln die Richtlinien das Praktische: Mit Ausstellung des Permits wirst Du automatisch steuerlich registriert, Du gibst eine Steuererklärung ab, bleibst aber außerhalb des maltesischen Lohnsteuersystems FSS.
Was die Richtlinien sonst noch klären
Neben den drei Kernpunkten räumen die Richtlinien mit Unklarheiten auf, die in der Praxis für Reibung gesorgt hatten. Die steuerliche Registrierung erfolgt automatisch mit der Ausstellung des Permits, ein separater Antrag entfällt. Permit-Inhaber geben eine eigene Steuererklärung ab, bleiben aber außerhalb des maltesischen Lohnsteuerabzugsverfahrens FSS, was für ausländische Arbeitgeber die Abwicklung deutlich vereinfacht: Es entsteht keine maltesische Payroll-Pflicht. Und die 10 Prozent gelten für das Einkommen aus der genehmigten Tätigkeit, also genau dem Job, für den das Permit erteilt wurde; andere Einkünfte folgen den allgemeinen Regeln.
Für wen sich das Setup lohnt
Der Zeitpunkt der Richtlinien ist kein Zufall: Malta konkurriert im Nomaden-Segment mit einem guten Dutzend europäischer Programme, und der Wettbewerb wird längst nicht mehr über Sonne und Meer entschieden, sondern über steuerliche Klarheit. Ein Programm, dessen Steuerfolgen schriftlich, offiziell und vorhersehbar geregelt sind, schlägt jedes Programm, bei dem der Zuzügler auf Foren und Hörensagen angewiesen ist. Genau diese Lücke hat die MTCA jetzt geschlossen.
Das Nomad Residence Permit richtet sich an Nicht-EU-Bürger; als Deutscher, Österreicher oder Schweizer ohne EU-Pass, etwa als Schweizer Staatsbürger, kann es Deine Eintrittskarte sein, EU-Bürger nutzen die Freizügigkeit und andere Regime. Welche Wege für wen funktionieren, von Nomad Permit bis Non-Dom, haben wir auf unserer Seite Malta für digitale Nomaden nebeneinandergelegt.
Und ein Wort an die Skeptiker, die bei 10 Prozent reflexhaft einen Haken vermuten: Der Haken ist schlicht, dass die Regeln eingehalten werden müssen. Genehmigte Tätigkeit heißt genehmigte Tätigkeit, die Erklärungspflichten gelten, und wer nebenher unerklärte Einkünfte aufbaut, verliert mehr als den Steuervorteil. Das Regime belohnt genau die Sorte Nomade, die Malta haben will: transparent, registriert, planbar.
Ob 10 Prozent Flat Tax, Non-Dom-Status oder eine Firmenlösung für Dich am Ende mehr netto bedeutet, ist eine Rechenaufgabe mit Deinen Zahlen. Genau die rechnen wir im Beratungsgespräch mit Dir durch.