Kaum war Maltas Investoren-Staatsbürgerschaft Geschichte, tauchten im Netz die nächsten Versprechen auf: Der maltesische Pass sei weiter zu haben, jetzt eben über Verdienste statt über Geld. Wer solche Angebote liest, sollte wissen: Die maltesische Regierung selbst hat ihnen gerade öffentlich den Boden entzogen.
Am 5. Februar 2026 hat die Community Malta Agency, Komunità Malta, die für Staatsbürgerschaftsfragen zuständige Behörde, eine unmissverständliche Klarstellung veröffentlicht. Kernaussagen: Die Einbürgerung für außergewöhnliche Verdienste nach der Subsidiärgesetzgebung 188.04 aus dem Jahr 2017 ist weder ein Programm noch ein Schema, kein Pfad, keine Fortsetzung und keine Alternative zum früheren Investoren-Rahmen. Und: Die Agentur erlaubt keinerlei Vermarktung oder Bewerbung dieser Rechtsgrundlage. Entschieden wird diskretionär und im Einzelfall.
Wie es dazu kam
Hintergrund ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 29. April 2025 in der Rechtssache C-181/23, Kommission gegen Malta: Die Richter erklärten Maltas Staatsbürgerschaft gegen Investment für unionsrechtswidrig, die Unionsbürgerschaft dürfe nicht das Ergebnis einer kommerziellen Transaktion sein. Malta hat den Investoren-Rahmen daraufhin aufgehoben. Was blieb, ist die alte Möglichkeit, Menschen mit außergewöhnlichen Verdiensten um Malta einzubürgern, gedacht für Ausnahmefälle, nicht für zahlungskräftige Antragsteller mit Beraterheft.
Genau diese Lücke versuchen manche Vermittler jetzt als Produkt zu verkaufen. Die Botschaft aus Valletta dazu ist deutlich: Wer Dir eine maltesische Staatsbürgerschaft als planbares, kaufbares Ergebnis anbietet, verkauft etwas, das die zuständige Behörde ausdrücklich nicht vermarktet sehen will.
Woran Du unseriöse Angebote erkennst
Die Warnung aus Valletta liefert nebenbei eine brauchbare Checkliste. Verdächtig ist jedes Angebot, das mit Begriffen wie Programm, Route oder garantierter Bearbeitungszeit wirbt, denn genau diese Programmhaftigkeit hat die Behörde ausgeschlossen. Verdächtig ist jede Preisliste, denn eine diskretionäre Einzelfallentscheidung hat keinen Katalogpreis. Und verdächtig ist jeder Verweis auf angeblich etablierte Vermittlerkontakte zur Regierung, denn die Agentur hat der Vermarktung insgesamt eine Absage erteilt. Seriöse Berater sagen Dir bei der Staatsbürgerschaftsfrage derzeit alle dasselbe: Für die allermeisten Mandanten ist sie schlicht nicht der relevante Hebel.
Was das für Deine Planung heißt
Der maltesische Pass ist kein Produkt mehr, und wer ihn Dir als solches verkauft, gefährdet Dein Geld und Deinen Ruf. Das ist die nüchterne Lage seit dem EuGH-Urteil, und die Klarstellung vom Februar zementiert sie.
Die gute Nachricht: Für das, was die meisten Auswanderer wirklich brauchen, war der Pass ohnehin nie nötig. Steuerlich attraktiv leben, als EU-Bürger dauerhaft auf der Insel wohnen, eine Firma führen, Familie nachziehen lassen, all das läuft über Aufenthalts- und Steuerprogramme, die vollkommen intakt sind: vom gewöhnlichen Non-Dom-Setup über das MPRP bis zur neuen Family-Office-Route. Den Überblick gibt Dir unsere Seite zu den Malta Residence Programmen. Und wer nach vielen Jahren echten Lebens auf Malta die Staatsbürgerschaft anstrebt, kann das auf dem regulären Weg der Einbürgerung tun, wie überall in Europa.
Zur Einordnung für alle, die den Pass vor allem als Absicherung dachten: Prüfe zuerst, wogegen Du Dich eigentlich absichern willst. Reisefreiheit? Hast Du als EU-Bürger bereits. Aufenthaltsrecht auf Malta? Regelt die Freizügigkeit beziehungsweise ein Residenzprogramm, dauerhaft und planbar. Steuerlicher Status? Hängt am Wohnsitz, nicht an der Staatsangehörigkeit. In fast jedem realen Beratungsfall entpuppt sich der Passwunsch als Stellvertreter für ein Bedürfnis, das ein anderes, legales und günstigeres Instrument besser erfüllt.
Unser Rat: Miss jedes Angebot an einer einfachen Frage. Steht es so in einem Gesetz oder einer offiziellen Verlautbarung? Wenn nein, Finger weg. Seriöse Malta-Planung braucht keine Grauzonen, die legalen Wege sind attraktiv genug.
Für die Insel selbst ist die klare Linie übrigens ein Gewinn: Der Streit um den goldenen Pass hat Maltas Ruf jahrelang belastet und zuletzt sogar den Europäischen Gerichtshof beschäftigt. Je sauberer der Schlussstrich, desto stabiler stehen die Programme, die bleiben, und auf genau diese Stabilität kommt es Dir bei einer Lebensentscheidung an.
Wenn Du wissen willst, welcher Aufenthalts- und Steuerstatus zu Deinen Zielen passt, ganz ohne Hintertüren: Buche hier Dein Beratungsgespräch.